Ein Podcast der Stiftung Friedliche Revolution Leipzig über die Folgen der DDR – erzählt von der Generation, die sie als Kinder und junge Erwachsene erlebt hat.
Nach zwei erfolgreichen Staffeln startet der Podcast „Wir sind das Volk“ mit einem neuen Themenschwerpunkt in seine dritte Staffel. Unter dem Titel „Die Kinder der Anderen“ widmen sich die Podcaster Björn Menzel und Pierre Gehmlich einer Generation, deren Geschichten bislang oft im Hintergrund geblieben sind: den Kindern von Menschen, die in der DDR aus politischen, gesellschaftlichen oder persönlichen Gründen nicht in das System passten.
In zehn Folgen sprechen sie mit Frauen und Männern, deren Eltern verfolgt, überwacht, inhaftiert, mit Berufsverboten belegt oder aus der DDR ausgebürgert wurden. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Frage: Was macht das Schicksal der Eltern mit ihren Kindern? Wie prägen diese Erfahrungen das eigene Leben – damals und bis heute? Welche Spuren haben Ausgrenzung, Repression und Flucht in Familien hinterlassen? Und wie blicken die Betroffenen heute auf ihre eigene Geschichte?
Den Auftakt der neuen Staffel macht ein bewegendes Gespräch mit Nadja Klier. Sie erzählt von dem einschneidenden Moment, als sie im Alter von 14 Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter aus der DDR ausgebürgert wurde – und plötzlich auf der anderen Seite der Mauer in West-Berlin ein neues Leben beginnen musste.
Ihre Mutter, die bekannte Filmemacherin Freya Klier, gehört zu den prominenten Regimekritikerinnen der DDR. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde sie verhaftet, erhielt Berufsverbot, saß im Gefängnis und wurde schließlich aus der DDR ausgebürgert. Welche Auswirkungen diese Erfahrungen auf das Leben ihrer Tochter hatten, schildert Nadja Klier eindrucksvoll in der ersten Folge der neuen Staffel. In weiteren Folgen erzählen zum Beispiel Thomas Loest (Sohn des berühmten Schriftstellers Erich Loest), Friederike Magirius (Tochter vom Leipziger Superintendenten Friedrich Magirius) oder Karin John Sander (ihre Mutter war Opfer der Aktion „Ungeziefer“ in einem Dorf im Grenzgebiet zu Westdeutschland) über ihre besonderen Erfahrungen.
Bildcredit: Björn Menzel
Mit „Die Kinder der Anderen“ setzt der Podcast „Wir sind das Volk“ seine intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Geschichte fort. Bereits die erste Staffel beleuchtete in 15 Folgen die Zeit der Friedlichen Revolution. Die zweite Staffel führte als Live-Podcast-Reihe 2025 quer durch Ostdeutschland. Gemeinsam mit Gästen aus unterschiedlichen Regionen und einem engagierten Publikum wurde der Blick auf die Jahre nach der Wiedervereinigung gerichtet.
Mit „Die Kinder der Anderen“ setzt der Podcast „Wir sind das Volk“ seine intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Geschichte fort. Bereits die erste Staffel beleuchtete in 15 Folgen die Zeit der Friedlichen Revolution. Die zweite Staffel führte als Live-Podcast-Reihe 2025 quer durch Ostdeutschland. Gemeinsam mit Gästen aus unterschiedlichen Regionen und einem engagierten Publikum wurde der Blick auf die Jahre nach der Wiedervereinigung gerichtet.
Denn mit dem Ende der DDR wurde aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ der Satz „Wir sind ein Volk“. Doch wie wurde dieser Umbruch tatsächlich erlebt? Welche Hoffnungen, Enttäuschungen und Herausforderungen prägten die Menschen in Ostdeutschland? Welche Auswirkungen hatten diese Erfahrungen auf ihre Familien und ihre Kinder? Und warum lohnt es sich, auch mehr als drei Jahrzehnte später noch darüber zu sprechen?
Die dritte Staffel knüpft an diese Fragen an und erweitert die Perspektive um die Geschichten derjenigen, die die Folgen der politischen Entscheidungen ihrer Eltern unmittelbar miterlebt haben – oft, ohne selbst Einfluss darauf nehmen zu können.
Die Podcaststaffel „Die Kinder der Anderen“ umfasst zehn Folgen und wird durch die Sächsische Staatskanzlei mit dem Förderprogramm „Sehnsucht nach Freiheit“ unterstützt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Die Episoden sind überall kostenlos verfügbar, wo es Podcasts gibt.
Über „Wir sind das Volk“
„Wir sind das Volk“ ist ein Podcast der Stiftung Friedliche Revolution Leipzig und der beiden Journalisten Björn Menzel und Pierre Gehmlich über die Geschichte der DDR, der Friedlichen Revolution und die Folgen der deutschen Wiedervereinigung. Im Mittelpunkt stehen persönliche Lebensgeschichten, die historische Ereignisse greifbar machen und zeigen, wie sehr sie bis in die Gegenwart wirken. Die Journalisten produzieren den Podcast für die Stiftung Friedliche Revolution Leipzig, die unter anderem im Auftrag der Stadt Leipzig das Projekt rund um die Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig betreut.
Link zum Podcast: https://wir-sind-das-volk.podigee.io/
Link zur aktuellen Folge: https://wir-sind-das-volk.podigee.io/29-nadja-klier
Bildcredit: Björn Menzel
Das Projekt wird finanziert durch Mittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.