Filmpreis-Jury 2026

Wer entscheidet in diesem Jahr über den Leipziger Ring? Wir stellen die Jury vor: Tilman König, Ute Lieschke und Christian Fuchs.

Der Filmpreis würdigt Filme, die sich dokumentarisch mit Menschenrechten, Demokratie und bürgerlichen Engagement auseinandersetzen, deren Filmemacher*innen sich nicht zuletzt durch persönliches Engagement auszeichnen. Die Filme sind bewegend, aufrüttelnd und brennen sich mitunter in die Netzhaut ein. Die Wahl, welcher von den teils sehr unterschiedlichen Filmen, der preiswürdigste ist, fällt jedes Jahr schwer. Auch dieses Jahr wird die Jury vor dieser Herausforderung stehen.

Die Jury verbindet ihr genauer Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. Doch ihre persönlichen Erfahrungen, professionellen Perspektiven und Zugänge sind unterschiedlich.

Ute Lieschke, Tilman König und Christian Fuchs arbeiten ehrenamtlich in der Jury. Wir danken Ihnen für ihr Engagement!

Christian Fuchs | Journalist und Autor

Christian Fuchs ist Autor im Ressort Investigative Recherche und Daten von der Wochenzeitung DIE ZEIT. Er berichtet über Rechtsextremismus aber auch über Lobbyismus und sexuellen Missbrauch. Davor arbeitete er für den Rechercheverbund von Süddeutsche Zeitung und NDR. Außerdem hat Fuchs als Autor auch Dokumentarfilme für arte, das ZDF und die ARD realisiert. Mehrfach wurde er unter die „Journalisten des Jahres“ gewählt und mit Preisen geehrt – unter anderem mit dem Deutschen Reporter:innenpreis, den RIAS-Preis und dem Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen. 

Porträt von Christian Fuchs. Foto von Stephan Pramme.
Foto: Stephan Pramme.

Im Rowohlt-Verlag erschienen von ihm „Die Zelle“ und die Bestseller „Geheimer Krieg“ (beide mit John Goetz) sowie der Spiegel-Bestseller „Das Netzwerk der Neuen Rechten“ (mit Paul Middelhoff).

Sein weltoffener Blick reicht über verschiedenen Medien: Reportagen, Bücher, Filme, Bühne, Graphic Novels und Slams.

Ute Lieschke | Freie Radio- und Feature-Autorin

Porträt von Ute Lieschke. Foto von Geert Maciejewski.
Foto: Geert Maciejewski

Ute Lieschke ist freie Radio-Autorin (DLF Kultur, DLF, SWR und MDR) und schreibt für Musikmagazine. Ihr letztes Feature „Die geheime Schwester“ blickt auf Zivilcourage in der Zeit des Nationalsozialismus. Für „Welcome Home Dr. Marco“ (SWR/DLF) erhielt sie den Civis Medienpreis 2022 und wurde zum Hörkiosk Hamburg, zum Bremer Hörkino und Dokka-Festival in Karlsruhe eingeladen. Parallel dazu erarbeitet sie unter dem gemeinsamen Auftritt Leika Kommunikation mit Johanna Brause Texte, Konzepte und Kommunikation für Musik- und Literaturfestivals, Musiker und Kulturprojekte.

Sie hört zu und sieht hin. Ihre Arbeiten erzählen persönliche und gesellschaftliche Geschichten – etwa über Identität, DDR-Erfahrung, Rassismus und Zivilcourage.

In Leipzig studierte sie Germanistik, Musikwissenschaft und Musikpädagogik, mit einem Auslandsaufenthalt in Metz/Frankreich. Nach einer Anstellung an einem Leipziger Gymnasium, war sie freiberuflich als Redakteurin für die Musikverlage Raumklang und Genuin classics tätig.

Tilman König | Filmemacher, Regisseur und Dokumentarist

Foto: privat

Tilman König wurde 1979 in Erfurt geboren und ist ein preisgekrönter Filmemacher, der sowohl fiktional als auch dokumentarisch arbeitet. Er verbrachte seine Jugend in den 90ern in Jena und musste mehrfach Angriffe von Neonazis auf seine Familie miterleben. In Leipzig und Tokio studierte er Japanologie und Soziologie.

An der Universität Leipzig gründete er mit seinem Bruder die Uni-Filmgruppe Cinemabstruso und später die Independent Filmproduktionsfirma 2Könige Film. Er beschäftigt sich mit den Themen Migration, Macht und Freiheit. Er nahm bereits in den Wettbewerben des DOK Filmfestivals teil. 2022 erhielt er den Filmpreis Leipziger Ring bei den DOK Filmwochen für seinen Film “König hört auf” – ein Porträt über seinen Vater Lothar König. 2023 folgte eine Grimme Preis Nominierung. Zusammen mit Hanna Schygulla drehte er 2024 den Dokumentarfilm “Denkste Puppe”. 2027 wird sein Spielfilm “Der große Zusammenbruch” veröffentlicht, der in Leipzig Lindenau mit vielen Laiendarstellern an Originalschauplätzen gedreht wurde.

Der Leipziger Ring wird während der DOK Filmwoche am Samstag, den 31. Oktober, in den Leipziger Passage Kinos vergeben. Wir sind gespannt, welche Dokumentation dieses Jahr geehrt wird.

Die Preisverleihung wird unterstützt durch Spenden von

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