Zwei Abende mit deutsch-ukrainischem Kultur- und Bildungsverein Oseredok
In den vergangenen Wochen hat die Stiftung Friedliche Revolution gleich zweimal mit dem deutsch-ukrainischen Kultur- und Bildungsverein Oseredok in Leipzig zusammengearbeitet. Gemeinsam organisierten wir zwei Veranstaltungen in der DenkmalWerkstatt, die zum Nachdenken, Diskutieren und zum aktiven Handeln einluden. Beide Abende verband die Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung. Sie waren zugleich ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine angesichts des russischen Angriffskrieges.
Postkarten als Zeichen der Hoffnung
Am 25. Februar war die Krimtatarin Leniie Umerova zu Gast, die 2022 willkürlich bei der Einreise auf die Krim von Russland der Spionage beschuldigt wurde und dafür mehrere Jahre unschuldig im Gefängnis saß. In Leipzig sprach sie über das Leben unter russischer Besatzung und die Folgen der Repressionen, denen viele Menschen in den besetzten Gebieten seit 2014 ausgesetzt sind. Das tiefgehende Gespräch mit der Aktivistin ging in einen Workshop über: Gemeinsam schrieben die Teilnehmenden zahlreiche Postkarten an inhaftierte ukrainische Zivilist*innen. Schätzungen zufolge befinden sich derzeit 16.000 Ukrainer*innen zu Unrecht in russischer Gefangenschaft. Die Briefe sollen den Inhaftierten zeigen, dass sie weder vergessen sind, noch dass sie allein gelassen werden. Der Abend wurde damit zu einem wichtigen Akt der Unterstützung und Hoffnung.
Garten der Unabhängigkeit
Am 5. März wurde mit Blick auf den Internationalen Frauentag am 8. März der Dokumentarfilm „Flowers of Ukraine“ gezeigt. Der Film porträtiert die unabhängige und selbstbestimmte Natalia, die mit großer Entschlossenheit ihr geliebtes Stück Land mitten in Kyjiw gegen äußere Eingriffe und zunehmenden Druck verteidigt. 2024 lief der Film bereits beim DOK Leipzig und wurde unter anderem für den Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution „Leipziger Ring“ nominiert.
Im anschließenden Gespräch diskutierte Projektleiterin der Revolutionale Marie Schwarz gemeinsam mit Liza Walther von Oseredok Leipzig und Prof. Dr. Beate Mitzscherlich über die Herausforderungen, als Frau unabhängig und selbstbestimmt zu leben. Unter der leitenden Frage „Wie unabhängig sind wir – jede für sich?“ tauschten sich die Gesprächspartnerinnen und das Publikum über persönliche Erfahrungen und Perspektiven sowie gesellschaftliche Bedingungen zum Thema aus.
Gemeinsame Perspektiven
Die beiden Veranstaltungen haben gezeigt, wie wichtig Räume für Austausch, Begegnung und Solidarität sind. Die Zusammenarbeit mit Oseredok ermöglichte wichtige Perspektiven auf aktuelle gesellschaftliche Fragen und macht deutlich, welchen Wert Vernetzung und gegenseitige Stärkung für ein demokratisches Miteinander hat.
Wir danken unseren Partner*innen vom Deutsch-ukrainischen Kultur- und Bildungsverein Oseredok Leipzig für die Kooperation und allen Beteiligten und Gästen für ihre Gedanken und ihr Engagement.