
„Extremwetterlagen“ – Lesung und Gespräch mit Alexander Leistner
„Wann haben wir gemerkt, dass wir in einem neuen Land leben? Und woran? Und wie lernen wir, gegen den Wind zu atmen, der sich unheilvoll zusammenbraut und mit scharfen Böen in die Lungen drückt?“
2024 startete ein ungewöhnliches literarisch-soziologisches Projekt. Mit Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault wurden drei namhafte Autorinnen als „Überlandschreiberinnen“ ausgeschickt, um die Stimmung in Ostdeutschland zu ergründen, verborgene gesellschaftliche Brüche und Kipppunkte sichtbar zu machen. Alexander Leistner folgte mentalen Entwicklungslinien, deren Anfänge teils noch vor 1989 zu verorten sind.
Gemeinsam mit dem Treibhaus e.v. möchten wir mit Alexander Leistner über die gesellschaftliche Lage in Ostdeutschland, über bedrohte Kulturvereine vor Ort und über über Menschen, die schweigen und solche, die tagtäglich ihr Bestes geben, die Demokratie vor Ort zu gestalten, sprechen.
Alexander Leistner (*1979 in Werdau) ist Lehrbeauftragter am Institut für Kulturwissenschaften der Uni Leipzig und verantwortete dort zwei Teilprojekte des BMBF-Forschungsverbundes „Das umstrittene Erbe von 1989″. Für seine Dissertation über die unabhängige Friedensbewegung in der DDR erhielt er 2016 den Max Weber Preis für Nachwuchsforschung und für sein Engagement für die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft den Transferpreis 2024 der Universität Leipzig.
Foto: Christina Schwarz