Dem Geist der Friedlichen Revolution verpflichtet

Friedrich Schorlemmer & Christian Führer Freundeskreis

Wittenberg, 01.02.2026

100 Menschen aus 30 Orten kamen zur Auftaktveranstaltung des Freundeskreises Christian Führer/Friedliche Schorlemmer nach Wittenberg. Initiative plant weitere Veranstaltungen zum Vermächtnis der beiden Theologen  

In der Lutherstadt Wittenberg erfreuen sich die Cranach-Höfe besonderer Beliebtheit. Ist es doch der Ort, wo einst der berühmte Maler und Freund Luthers mit seinem Sohn in der gleichnamigen  Werkstatt einzigartige Kunstwerke der Reformationszeit schuf. Von einer Bürgerinitiative in den Jahren nach 1989 gerettet, sind die Höfe heute ein Kleinod. Hier im einstigen Malsaal Cranachs fand am 1. Februar ein besonderes Treffen statt.

Rund hundert Menschen aus 30 Orten in Ost und West waren der Einladung nach Wittenberg in Cranachs Malsaal gefolgt

Es ging um eine Veranstaltung zum Start des neu gegründeten Freundeskreises Christian Führer & Friedrich Schorlemmer. Die Resonanz war beachtlich. Gut 100 Menschen aus 30 Orten deutschlandweit waren der Einladung nach Wittenberg gefolgt. Sie vereinte die Überzeugung, dass das Streiten der beiden Theologen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in unserer von Krisen und Kriegen überschatteten Zeit aktueller denn je ist. Genau das ist auch das Anliegen des Freundeskreises.  

Torsten Zugehör gehört zu den Initiatoren. Die Themen, für die sich die beiden eingesetzt haben, sagte der Wittenberger Oberbürgermeister, seien „heute Kernthemen, die wir jeden Tag in den Nachrichten sehen“. Beide seien in ihrer Sprache sehr wirkmächtig gewesen. Das sei in der heutigen Zeit besonders wichtig, wo vieles verroht und verkürzt dargestellt werde.

Aus Nürnberg angereist war Hubert Weiger, der Ehrenvorsitzende des BUND. Das Vermächtnis der Friedlichen Revolution, das beiden Theologen wichtig war, könne auch heute Kraft und Stärke geben, sich weiterhin für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Nachdrücklich verwies er auf wichtige Verbesserungen für die Umwelt, die dadurch nach 1989 möglich wurden.

.Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör bei seinem Grußwort an die Gäste der Veranstaltung und BUND-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger bei seinem Vortrag zum Thema „Sind wir noch zu retten?“
Mit Anstößen in Gesang und Wort: Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“

In seinem Engagement sieht sich der neue Freundeskreis in besonderer Weise dem Geist der Friedlichen Revolution verpflichtet. Da ist es nur naheliegend, dass er als Projekt eine Anbindung an die Stiftung Friedliche Revolution gesucht und gefunden hat. Auch soll das gewaltlose Streiten für eine gerechtere und friedlichere Welt und gegen die Zerstörung der Schöpfung besonders an die junge Generation weitergeben werden.

Darauf verwies besonders die Pädagogin und Theaterwissenschaftlerin Uta Schorlemmer, Tochter des Wittenberger Ehrenbürgers Friedrich Schorlemmer. Pfarrerin Katharina Führer, Tochter von Christian Führer, zitierte ihren Vater, der der Überzeugung gewesen sei, dass die bei der Friedlichen Revolution erkämpfte Demokratie nicht zum vorherrschenden System des Kapitalismus passe, weil dieser „Geld und Gier Tür und Tor“ öffne.  Der zweite Teil der Friedlichen Revolution stehe darum noch aus. 

Die alte Lady Demokratie, sagte Prinzensänger Sebastian Krumbiegel, der die Veranstaltung musikalisch umrahmte, stehe gerade ganz schön unter Beschuss. Er unterstütze den Freundeskreis, denn beide Theologen seien gewaltlose Kämpfer gewesen: Klar in der Sache und nicht verletzend.       

Moderiert von Christina und Sebastian Neuß diskutieren der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Friedrich Kramer, mit der langjährigen bündnisgrünen Leipziger Stadträtin Annette Körner und dem ehemaligen Chefredakteur von Publik-Forum, Wolfgang Keßler

Zu den Wünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für kommende Veranstaltungen gehörte der nach dialogischen Veranstaltungen auch zur brennenden Kriegsfrage. Vor allem junge Menschen sollten in die Arbeit einbezogen werden. 

Am Ende der mehrstündigen Zusammenkunft in Wittenberg hieß es von Seiten der Initiatoren für den Freundeskreis, dass zum einen für das laufende Jahr noch mindestens zwei Veranstaltungen geplant seien, dass aber auch noch intensiver darüber nachgedacht werden müsse, ob und auf welche Weise sich der Freundeskreis eine Struktur geben sollte, die allen daran Interessierten eine verbindliche Mitarbeit, aber auch finanzielle Mitverantwortung ermöglicht.

Bettina Röder

Spenden erbitten wir auf das Konto der Stiftung Friedliche Revolution bei der Leipziger Sparkasse mit der IBAN: DE35 8505 5592 1100 1111 11. Bitte vergessen Sie nicht im Verwendungszweck den Hinweis „Freundeskreis“.

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