Wir Gehen Weiter

Pressemitteilung

vom 18.10.2017

Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig

Um den neuen Anlauf für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig zu versachlichen, haben die Stiftung Friedliche Revolution und das Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Gunter Weissgerber gebeten, eine Dokumentation zum Thema zu erarbeiten. Sie soll zugleich allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern helfen, sich über die Entstehung der Denkmalsidee und über die vielfältigen Diskussionen auf dem Weg ihrer Verwirklichung zu informieren.

Ab dem 18. Oktober 2017 kann diese Dokumentation auf den Internetseiten des Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. und der Stiftung Friedliche Revolution eingesehen und heruntergeladen werden. Die in der Dokumentation enthaltenden Briefe, E-Mails und Statements veranschaulichen in beeindruckender Weise das zähe Ringen um ein Denkmal in Leipzig, die Widerstände und das Scheitern.

Zum Gedenken an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 beschloss der Bundestag am 9. November 2007, ein Denkmal der Freiheit und Einheit Deutschlands in Berlin zu errichten. Parallel sollte in Leipzig an die Ereignisse erinnert werden. Die Messestadt war Ausgangspunkt der friedlichen Montagsdemonstrationen. Am 9. Oktober 1989 gingen mehr als 70.000 Menschen auf die Straße und setzten sich für ihre Bürgerrechte ein.

Am 4. Dezember 2008 forderte der Bundestag die Regierung daher auf, „gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig den Beitrag der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zur Friedlichen Revolution auf angemessene Weise zu würdigen.“ Dieser Beschluss geht insbesondere auf eine übergreifende Initiative vieler Leipziger und ostdeutscher Politiker mit Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer zurück.

Dem gewaltfreien Widerstand des Herbstes 1989 sollte in Leipzig mit einem Denkmal ein eigenes Gesicht gegeben und die Bedeutung der Zivilcourage hervorgehoben werden. So steht dieses Denkmal nicht nur für die Leipzigerinnen und Leipziger, sondern für alle Bürger Ostdeutschlands, die im Herbst 1989 die Freiheit einforderten.

Nachdem das erste Wettbewerbsverfahren gescheitert war, hat der Stadtrat das Wettbewerbsverfahren mit großer Mehrheit am 16. Juli 2014 beendet.

Zugleich aber ist die Stadtverwaltung beauftragt worden, ein neues Verfahren vorzulegen, in dessen Ergebnis die Friedliche Revolution vom Herbst 1989 angemessen gewürdigt werden kann. Zentraler Punkt soll künftig eine breite und umfassende Bürgerbeteiligung sein. Nur so könne über "Gestalt und Verfahren für eine angemessene Würdigung der Friedlichen Revolution im öffentlichen Raum entschieden" werden, heißt es in dem Antrag. Auch muss eine künftige Erinnerung an den Herbst 1989 nicht mehr zwingend auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz realisiert werden.

Anfang des Jahres 2017 ist durch den Beschluss des Bundestages, das Denkmal in Berlin zu bauen, wieder neuer Schwung in die Angelegenheit gekommen. Die Stiftung Friedliche Revolution ist bereit, die Entwicklung eines zukünftigen Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig verantwortlich zu begleiten und hofft dabei auf die Unterstützung durch den Stadtrat der Stadt Leipzig. Wichtig ist dabei, dass das neue Verfahren von Anfang an breit in der Bürgergesellschaft verankert wird.

* * *

Die Pressemeldung als Download finden Sie hier.

Die Dokumentation können Sie sich unter Projekt Freiheits- und Einheitsdenkmal herunterladen.