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„Schwerter zu Pflugscharen“

1989

"Schwerter zu Pflugscharen" wurde Anfang der 80er Jahre zum Symbol der kirchlichen Friedensarbeit in der DDR und bald in ganz Deutschland. Die entsprechende Skulptur war ein Geschenk der Sowjetunion an die UNO, wo sie noch heute vor dem Hauptquartier in New York steht. Eine Abbildung des Mannes, der das Schwert umschmiedet, wurde zu Beginn der 80er Jahre als Lesezeichen zur Friedensdekade ausgegeben. Die Jugendlichen nähten es sich lieber auf die Jacken oder klebten es auf Schultaschen und Beutel. Die SED ließ daraufhin das Zeichen von der Polizei und anderen Sicherheitskräften auf teils brutale Weise im ganzen Land entfernen.

Am 24. September 1983 fand auf Anregung des damaligen Pfarrers der Schlosskirche Wittenberg, Friedrich Schorlemmer, während eines evangelischen Kirchentages in Wittenberg auf dem Lutherhof eine symbolische Aktion statt: Ein Wittenberger Schmied schmiedete vor etwa 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Schwert zu einer Pflugschar um. Diese Aktion, die Leipziger Friedensgebete und viele andere Aktivitäten der ostdeutschen Friedensbewegung sorgten dafür, dass das Motto weltweit bekannt wurde. Kurze Zeit später hatte die Politik des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika wie auch die Entspannungspolitik der Bundesregierung den Menschen mit ihrer Forderung nach friedlichen Veränderungen den Rücken gestärkt.

Unsere Ziele heute

  1. Friedenspolitik ist auch nach dem Ende des Kalten Krieges notwendig. Die ost- und westdeutsche Friedensbewegung muss neue Anstrengungen unternehmen, um der zunehmenden Zahl kriegerischer Konflikte entgegenzuwirken.
  2. Die Stiftung Friedliche Revolution will dazu beitragen, die Erfahrungen der ost- und westdeutschen Friedensbewegung anderen Friedensaktivisten weltweit nutzbar zu machen. Dazu streben wir einen Austausch mit internationalen Friedensbewegungen an.
  3. Friedenspolitik ist auch Wirtschaftspolitik. Wo Umverteilung, Ausbeutung und Ethnisierung von ökonomischen Konflikten stattfinden, kommt es zu Gewalt. Nur eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung kann diese Konflikte befrieden.
  4. Der weltweite militärische Kampf gegen den Terror stachelt immer mehr Gewalt und Terror an. Der Luftangriff, der im September 2009 von der deutschen Bundeswehr in Afghanistan angefordert wurde, zeigt beispielsweise, dass Konflikte nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden können und dürfen.
  5. Die neue nukleare Abrüstungsinitiative des US-Präsidenten Barack Obama und sein Verzicht auf den Bau des Raketenschutzschildes in Osteuropa verdient stärkere Unterstützung aller Regierungen, auch der deutschen. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass noch mehr Druck innerhalb der Bevölkerung auf die Bundesregierung ausgeübt wird, damit die Vision Barack Obamas von einer atomwaffenfreien Welt Wirklichkeit wird.