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Pressemitteilung

vom 21.10.2011
DOK Festival 2011 Leipzig

Dokumentarfilm über gescheiterte Revolution im Iran mit Filmpreis „Leipziger Ring“ der Stiftung Friedliche Revolution ausgezeichnet

Der Film „Fragments of a Revolution“ ist am Freitagabend im Rahmen von DOK Leipzig mit dem Filmpreis „Leipziger Ring“ der Stiftung Friedliche Revolution ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Der Dokumentarfilm handelt von der gescheiterten Grünen Revolution im Iran vor gut zwei Jahren. Der Filmemacher (oder die Filmemacherin) bleibt aus Sicherheitsgründen anonym. Eine französischen Produktionsfirma hat den Film zum 54. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm eingereicht.

Bei der festlichen Veranstaltung in der Leipziger Nikolaikirche, die im Herbst 1989 Ausgangspunkt für die großen Montagsdemonstrationen in der Messestadt war, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Rainer Vor, mit dem Film sollen zugleich all jene geehrt werden, ohne die der Film erst gar nicht hätte entstehen können. Die Preisträgerin erhält neben dem Preisgeld auch die Statuette „Leipziger Ring“, die dem Innenstadtring nachempfunden ist, über den im Herbst 1989 die Demonstranten gezogen sind. Da weder die Filmemacherin noch ein Vertreter der Produktionsfirma an der Preisverleihung teilnehmen konnten, wurden Statuette, Urkunde und Preisgeld vom Stiftungsvorstand symbolisch auf einem leeren Stuhl abgelegt.

Dabei verwies der frühere Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer auf den friedlichen Verlauf der Veränderungen im Herbst 1989 in der DDR. Nötig sei, die Erfahrungen von damals weiterzugeben und diejenigen zu unterstützen, die sich anderenorts für Veränderungen in ihrer Gesellschaft einsetzen. Auch dazu wolle der diesjährige Filmpreis beitragen.

Der Film zeigt Bilder der iranischen Revolution und die sehr persönliche Reflexion ihrer Niederlage. Dafür verwendet wurden neben offiziellen Aufnahmen auch zahlreiche mit Handys aufgenommene Filmsequenzen, wie sie Beteiligte damals – oft mit großem Risiko - ins Internet gestellt haben.

Mit ihrem Preis will die vor gut zwei Jahren gegründete Stiftung Friedliche Revolution einen künstlerischen Dokumentarfilm würdigen, der bürgerschaftliches Engagement für Demokratie und Menschenrechte beispielhaft aufzeigt oder der unter großem persönlichem Einsatz und Mut des Regisseurs gegen Widerstände und Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit entstanden ist.