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Pressemitteilung

vom 2.11.2012

Film über Bürgerarbeit mit Filmpreis „Leipziger Ring“ geehrt

Stiftung Friedliche Revolution würdigt Arbeit von Dirk Heth und Olaf Winkler

Leipzig, 2. November 2012. Der deutsche Beitrag „Der große Irrtum“ ist am Freitagabend im Rahmen des internationalen DOK-Filmfestivals in Leipzig mit dem Filmpreis „Leipziger Ring“ der Stiftung Friedliche Revolution ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und ging an das Berliner Filmteam Dirk Heth und Olaf Winkler. Mit dem Film „Der große Irrtum“ werde ein Film geehrt, der in einer beinahe zärtlichen Bildsprache Menschen porträtiert, die ohne Einkommen sind, aber sich engagieren und arbeiten“ erklärte für die Jury des Wettbewerb die Erlanger Professorin Johanna Haberer bei der Verleihung. Für den Preis waren acht Streifen nominiert.

Der prämierte Film, der bei der Preisverleihung in der Leipziger Nikolaikirche auch öffentlich gezeigt wurde, stelle „im Namen unserer Kinder die Frage, was ein Mensch wert ist und ob der Mensch tatsächlich für den Markt da sein muss oder der Markt für den Menschen“, sagte Haberer. Viele der im Film vorgestellten Protagonisten wollten auf keinen Fall dem Staat auf der Tasche liegen und müssten doch ein prekäres Arbeitsverhältnis nach dem anderen eingehen. Entstanden seien liebevolle Porträts von Menschen, die nicht aufgeben und die ihre Würde und den Sinn ihres Lebens in der Arbeit für andere sehen.

Bei der festlichen Veranstaltung in der Leipziger Nikolaikirche, die im Herbst 1989 Ausgangspunkt für die großen Montagsdemonstrationen in der Messestadt war, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Professor Dr. Rainer Vor, dass sich die Stiftung den Werten der Friedlichen Revolution wie dem Einstehen für Menschenwürde und Menschenrechte verpflichtet fühle. Dies solle auch mit dem Filmpreis zum Ausdruck kommen.

Die Preisträger erhielten neben dem Preisgeld auch die Statuette „Leipziger Ring“. Sie erinnert sowohl an die Großdemonstrationen auf dem Leipziger Altstadtring im Herbst 1989 als auch an die brennenden Kerzen, die die Demonstranten als Zeichen ihrer Gewaltlosigkeit in Händen hielten.

Für den Wettbewerb im Rahmen des 55. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar– und Animationsfilm waren acht Filme nominiert, die fast ausnahmslos aus Europa stammen. Ihre Themen reichten vom Kampf einer kleinen Filmfirma gegen den Lebensmittelkonzern Dole bis zu den kriegerischen Unruhen in Syrien und von einem Studentenstreik in Zagreb bis zu Momentaufnahmen von den Anti-Putin-Protesten in Russland oder von Österreichs größtem Strafprozess gegen harmlose Tierschützer bis zum Prozess gegen Douch, der unter Pol Pot verantwortlich für den Tod von 14.000 Menschen war.

Mit ihrem Preis will die vor gut drei Jahren gegründete Stiftung Friedliche Revolution einen künstlerischen Dokumentarfilm würdigen, der bürgerschaftliches Engagement für Demokratie und Menschenrechte beispielhaft aufzeigt oder der unter großem persönlichem Einsatz und Mut der Autoren gegen Widerstände und Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit entstanden ist.

Vor zwei Jahren, im Herbst 2010, hatte die Stiftung erstmals ihren Filmpreis vergeben. Er ging an die neuseeländischen Filmemacherin Briar March. Ihr Film “There Once Was an Island: Te Henua e Nnoho“ zeigt in ergreifender Weise und mit metaphorischen Bildern den Überlebenskampf der 400 Bewohner einer kleinen Südsee-Insel mit Namen Nukuta, die vom Klimawandel bedroht ist. Für die diesjährige Preisverleihung schickte Briar March eine kurze Videobotschaft.

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Zur Videobotschaft von Briar March: hier

Zur deutschen Übersetzung der Videobotschaft von Briar March: hier

Die Pressemeldung als Download: hier.